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Über Wind und grünen Himmel

Wie jeden Morgen werfe ich einen Blick aus dem Fenster. Der Himmel ist leicht grau aber es war auch schon schlechteres Wetter. Trotzdem stehe ich gleich auf, weil ich mich so richtig auf das Frühstück freue. Im Supermarkt, hatte ich mir Semmeln gekauft und so gab es heute mal kein Müsli. Nichts gegen Müsli, aber Abwechslung ist auch etwas sehr schönes. Nach dem Früstück machen wir uns auf den Weg nach Andenes, der nördlichsten Stadt unserer Reise. Sie liegt an der Spitze der Insel Andøya und so ist unsere heutige Etappe ca. 100 Kilometer. Die Straße schlängelt sich durch ein paar Fjorde bis wir die eigentlich Insel erreichen. Auf unserem Weg bleiben wir öfters stehen. Entweder um Bilder zu machen oder um eine Schlechtwetterfront passieren zu lassen.

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Das dauert meistens gar nicht lange, da der Wind extrem stark weht und sich das Wetter entsprechend schnell ändert. Die Insel Andøya selbst hat wenige Erhebungen und so hat der Wind große Teile der Steppe von Schnee befreit. Schade für uns, da wir unsere Chancen auf Snowkiten eigentlich sehr hoch eingeschätzt hatten. Das ist aber nicht so schlimm, da wir komplett entschädigt werden. Die Straße nach Andenes führt nämlich auf der Seite der Insel die dem norwegischen Festland zugewandt ist und so sehen wir in ca. 50 Kilometer Entfernung, auf der anderen Seite des Meeres, die schneebedeckten Gipfel Norwegens. Ein absoluter Traum.

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Gegen 14 Uhr erreichen wir Andenes und sind von vielen Dingen überrascht. Erstens die Spritpreise… 2,09€!!! so günstig haben wir auf der gesamten Reise nicht getankt (außer in Tschechien)! Zweitens der Wind… Alter Schwede wenn der Schneegraupel dich im Gesicht erwischt tut das ganz schön weh. Drittens die Größe… Obwohl es so weit im Norden liegt ist die Stadt viel größer als erwartet (im Verhältnis) und hat einen sehr großen Hafen. Wir laufen über die Kaimaur und schauen uns den Leuchtturm an. Ja ein wirklich schmuckes Stätdchen. Ein kleiner Nachteil ist vielleicht der amerikanische Militärflughafen direkt daneben.

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Nachdem wir unsere Erkundungstour beendet haben machen wir uns auf die Suche nach einem Schlafplatz und werden schon nach ein paar Kilometern fündig. Der Blick auf das Meer, die Sonne und die Langøya (eine Inselgruppe) sind einfach traumhaft und so beschließen wir dort unseren Abend zu verbringen.

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Wir arbeiten an unserem Blog und vertreiben uns die Zeit. Das einzige Manko an diesem Platz ist der Wind, der den Camper ordentlich durchschüttelt und uns höchstwahrscheinlich um eine ruhige Nacht bringen würde. Aus diesem Grund fahren wir noch etwas weiter und treffen völlig überraschend im nächsten Ort auf einen der drei Königreichssäle, die es auf den Lofoten gibt.

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Die Versammlung hat 17 Verkündiger und 2 Älteste!!! Für zwei Personen ist das wirklich eine Menge Arbeit. Sehr fleißig. Nur kurz nach dem Ort kommen wir an einen zugefrorenen See der eine Parkmöglichkeit mit super Aussicht bietet. Nach dem Essen bleibe ich noch lange wach und lese in meinem Buch, da für heute Nacht ein sehr hoher KP Wert angesagt ist (7). Der Index geht von 1 bis 9. Je höher der Wert, desto stärker der geomagnetische Sturm und desto südlicher können die Nordlichter beobachtet werden. Ab einem KP-Wert von 5 sind Polarlichterscheinungen in dunklen Nächten in Norddeutschland möglich, ab 7 in Süddeutschland. Krass oder… Wärt ihr Mittwoch Nacht mal rausgegangen… Um halb 2 öffne ich die Dachluke des Campers und schaue in einen klaren Himmel. YEAHH! Es war Bewölkung angesagt aber zum Glück hatte sich der Wetterbericht getäuscht.

Achtung! Entzauberungsgefahr!

Wer nicht enttäuscht sein möchte, sollte hier aufhören zu lesen!

Ich meins Ernst

Ok… Du hast es so gewollt. Es gibt nämlich eine kleine Wahrheit über Polarlichter die viele nicht wissen. Auf Bildern sind die Farben und Ausdehnungen meist viel kräftiger als in der Realität. Das kommt natürlich auf die Intensität aber auch auf das eigene Auge an. Manche Menschen sehen sie besser als andere. Als ich also jetzt in den Himmel blicke sehe ich graue langgezogene Wolken, die sich erstaunlich schnell verändern (für Wolken verändern sie sich schnell). Bei genauerem Hinsehen erkenne ich nun auch einen Grünstich und mir wird klar, dass ich die Polarlichter bereits sehe. Also Kamera geholt und BAAAAM! Der ganze Himmel ist voll damit und auf dem Kamerabild erkennt man die Farben viel besser als mit dem Auge. Ich versuche mich mit mehreren Langzeitbelichtungen und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, da meine Kamera und mein Objektiv eigentlich nicht dafür gemacht sind.

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So jetzt aber ab ins Bett.